RHUS TOXICODENDRON
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Das homöopathische Arzneimittelbild von Rhus toxicodendron

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Arzneimittelbild
homöopathische Verreibung

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Rhus toxicodendron
Rhus toxicodendron typisches Dreiblatt

Eine nach den homöopathischen Prinzipien verschriebene Arznei wird niemals für oder gegen eine einzelne Beschwerde verschrieben. Homöopathisch verschriebene Arzneimittel werden immer auf einen Symptomenkomplex hin verschrieben, da der Mensch u.a. auch unter Berücksichtigung seiner Gewohnheiten und Vorlieben als Ganzes betrachtet wird. Somit gibt es weder ein Standardmittel bei Migräne, noch nur ein einzelnes Mittel, welches in seinem Wirkungsspektrum auch Migräne mit aufweist.
Dennoch lässt sich sagen, dass viele homöopathische Arzneimittel bestimmte Wirkungsbereiche aufweisen, die sie von anderen homöopathischen Arzneimitteln abgrenzen.

Das Arzneimittel Rhus toxicodendron ist für seine Wirkung bei Rheuma und in der Behandlung von Verletzungen wie Verstauchungen bekannt. Sehr leicht kann man sich dadurch verleiten lassen das Arzneimittel im Sinne einer "bewährten Indikation" standardmäßig im Falle rheumatischer Erkrankungen oder nach Verletzungen zu verschreiben. Rhus toxicodendron wird jedoch nur eingeschränkt oder gar nicht wirken, wenn die übrigen Symptome des Patienten nicht mit den Modalitäten des Arzneimittelbildes der Pflanze übereinstimmen. Noch unbefriedigender ist eine Verschreibung aber dann, wenn mehrere Symptome des Patienten durchaus im Arzneimittelbild zu finden sind, der Erfolg aber dennoch ausbleibt. Um in solchen Fällen eine sichere Arzneimittelwahl zu treffen, ist es notwendig die zentrale Idee der Arzneimittelwirkung zu studieren und mit der zentralen Idee der Störung des Patienten in Übereinstimmung zu bringen. Erst dann wird die Verschreibung eines homöopathischen Mittels von durchschlagendem Erfolg gekrönt sein.
Die zentrale Idee einiger großer homöopathischer Mittel ist in der heutigen Zeit ausreichend erforscht. Hat man einmal die "Seele" des Mittels getroffen, so lassen sich gerade die besonderen und bewährten Wirkungsfelder der homöopathischen Arznei unter dessen Leitgedanken subsumieren.

Rhus toxicodendron (Giftsumach) - Blüte
Rhus toxicodendron Blüte

Rhus toxicodendron wird seit der Begründung der Homöopathie verwendet, daher sind die Modalitäten des Arzneimittels heutzutage gut bekannt. Allerdings gilt dies vor allen Dingen für körperliche Symptome. Ein herausragendes Kennzeichen der oben schon erwähnten Indikation bei rheumatischen Beschwerden wie auch bei Verletzungen und sogar grippalen Zuständen ist die Besserung bei fortgesetzter Bewegung. Das bedeutet, dass der Patient eine Linderung seiner Schmerzen erfährt, wenn er nach anfänglicher Steifigkeit oder anfänglichem Schmerz die Bewegung fortsetzt. Aus diesem Grund ist der Patient selbst bei schweren Erkrankungen wie Typhus oft sehr unruhig und kann nicht ruhig liegen.

Auf der anderen Seite kann sich der Rhus toxicodendron Patient auch auf allen Ebenen schwach fühlen. Der Kopf ist benebelt, die Gedanken langsam. Die Gelenke sind steif, geben aber gleichzeitig nach und knacken. Die Muskeln sind schwach und werden auch durch Sport nicht stärker. In so einem Fall steigt die Verletzungsgefahr und es wird verständlich, warum das Arzneimittel nach Verrenkungen und Verstauchungen sein Einsatzgebiet findet.
Schwellungen sind ein anderes Charakteristikum des Arzneimittels. Schwellungen der Drüsen, der erkrankten Teile, des Gesichts und der Augengegend. Auch diese werden durch Bewegung gelindert und zwar aktive wie auch passive in Form von Massage.
Wärme lindert ebenfalls die Symptome eines Patienten im Rhus toxicodendron Zustand. Feuchte Kälte hingegen verschlimmert die Symptomatik, auch die charakteristischen bläschenartigen Hautausschläge (gerne auch Herpes!).

Bei einem grippalen Infekt, der nach Rhus toxicodendron verlangt, tut dem Patienten "alles weh" und er liegt schlecht gelaunt auch nach einem warmen Bad mit Wärmflasche zitternd unter einigen Bettdecken. Der Patient verlangt möglicherweise paradoxerweise nach kalten Speisen und Getränken, besser bekommen tun ihm jedoch zumindest warme Getränke. Zu essen möchte er möglicherweise insbesondere kalte Milch, Joghurt und Käse. Der Patient schwitzt viel, meist kalten Schweiß, tagsüber wie auch im Schlaf. Dieser ist, wie zu erwarten, ruhelos. Die charakteristischen Modalitäten sind gute Hinweise in Bezug auf die Anwendung von Rhus toxicodendron.

Rhus toxicodendron Strauch im Gegenlicht
Rhus toxicodendron im Gegenlicht

Schwierig wird es dann, wenn der Patient auf körperlicher Ebene nur einen Teil der beschriebenen Symptomatik aufweist, da dann die Abgrenzung zu anderen Arzneimitteln zusehends schwieriger wird. Allgemeine Symptome wie Reizbarkeit, Abneigung gegen Gesellschaft, Übelkeit und Schwindel helfen uns bei der Mittelwahl dann nicht weiter. Daher beschäftigen sich Homöopathen mit der Leitidee des Mittels, unter welcher sich die beschriebenen Symptome zu einem in sich stimmigen Gesamtkonzept einfügen. Ein guter Hinweis liefert uns die Tatsache, dass der Rhus toxicodendron Patient im Fieber versucht zu fliehen. Aber auch ohne Fieber verspüren viele Patienten in sich den Drang zu laufen, noch spezieller wegzulaufen. Als Trigger eines Rhus toxicodendron Zustandes werden neben Verletzungen auch häufig die Folgen von Trinken kalten Wassers oder das Bad in kaltem Wasser insbesondere nach Erhitzung angeführt. Verallgemeinert man diese Gegebenheiten, kommt man darauf, dass der Moment des Schocks (die plötzliche Abkühlung) in den Rhus toxicodendron Zustand führt.
Die Arzneimittelrepertorien bestätigen uns dieses, indem sie das Arzneimittel als wirksam bei Folgen von Schreck und Schock aufführen. Kennzeichnend für einen Schockzustand ist die Tatsache, dass der Organismus erstarrt und ein Teil der Körperfunktionen nicht mehr ordnungsgemäß ausgeführt wird. Ein Schockzustand hat dabei meistens zur Folge, dass wir unbewusst das Gefühl, welches uns hat erstarren lassen, künftig ängstlich meiden und daher wegrennen.
Im Falle des Rhus toxicodendron Zustandes zeigt sich dieses ganz unmittelbar. Der Patient ist einerseits geschwächt, benommen und benebelt, andererseits möchte er einfach nur weg(laufen). Gibt der Patient diesem Drang nach, bessern sich die Symptome wie durch ein Wunder.

Ziel der homöopathischen Therapie ist jedoch die Auflösung des ursprünglich traumatischen Zustandes, sodass der Patient eben nicht mehr ängstlich auf ein lange zurückliegendes und möglicherweise unbewusstes Ereignis durch Flucht oder eben Ohnmacht (=Schwäche) reagieren muss. Auch die Flucht in einen benebelten Seinszustand kann eine Variante sein, wenn äußerliche Flucht nicht möglich ist. Interessanterweise fühlen sich Patienten, die gut auf eine Gabe von Rhus toxicodendron reagiert haben, oft auch in irgendeiner Situation in ihrem Leben gefangen oder in die Ecke gedrängt. Das kann sich auf verschiedene Weise in der Patientengeschichte äußern. Der eine fühlt sich von seinem Expartner bedroht, weil dieser durch Methoden wie Abhörmaßnahmen und Einschüchterungsversuchen in dessen Privatleben eingreift. Ein anderer Patient tritt aus wirtschaftlicher Not eine Arbeitsstelle an, die seinen Neigungen in keinster Weise entsprechen. Ein anderer wiederum kann sich nicht damit anfreunden für längere Zeit für eine Prüfung zu lernen. Wichtig ist dabei nie die äußere Situation, sondern das subjektive Gefühl des Patienten. Er muss einerseits das Gefühl haben eingeengt zu sein, andererseits mit Unruhe und Fluchtgedanken auf seine Situation reagieren wollen. Auf körperlicher Ebene sollten sich zumindest einige der oben beschriebenen Symptome finden. Erst wenn am Ende alles zusammenpasst, hat man der Homöopathie als ganzheitlicher Methode seinen Dienst erwiesen.

Haben wir die Pflanze Rhus toxicodendron einmal in ihrer Seele erkannt, wird sie uns durch viele erfolgreiche Verschreibungen danken. Gerade die bisher wenig bemühten Qualitäten des Arzneimittels auf emotionaler Ebene könnten der Menschheit in Zukunft mit Sicherheit noch einige Dienste erweisen. Schließlich sind Situationen, in denen Menschen gegen ihren Willen z.B. durch Kriegssituationen eingesperrt, misshandelt und gefoltert werden, immer noch traurige Realität. Aber auch im Rahmen einer Psychotherapie kann sie dem Patienten helfen eine Situation loszulassen, die er zu einem früheren Zeitpunkt einmal als so bedrohlich empfunden hat, dass er nur noch mit Starre und anschließendem Fluchtgedanken reagieren konnte.

Die auf rhus-toxicodendron.com aufgeführten Hinweise zum Arzneimittelbild von Rhus toxicodendron dienen ausschließlich Informationszwecken. Die Beiträge geben die Erfahrungen und Meinungen unserer Besucher wieder und ersetzen keinen Arztbesuch oder andere professionelle medizinische Beratungen.