RHUS TOXICODENDRON
Rhus toxicodendron Header

Hinweise

Vermeiden Sie unbedingt Hautkontakt mit den Pflanzenteilen des Giftsumachs (Rhus toxicodendron)!
Nicht alle Menschen reagieren allergisch auf Rhus toxicodendron aber es ist davon auszugehen, dass beim Kontakt mit der Pflanze deren Wirkstoff Urushiol bei weit mehr als der Hälfte der Menschen starke bis sehr starke Hautirritationen hervorruft.

In der Regel kommt es zu einer epidermalen Sensibilisierung. Das bedeutet, dass bei jedem weiteren Kontakt die betroffene Person immer empfindlicher auf den Wirkstoff reagiert.
Speziell bei einem Urlaub im Osten und Südosten der U.S.A. sollten Sie bei Spaziergängen Obacht geben. Eventuell lassen Sie sich von Ortskundigen die Pflanze zeigen. Erklären Sie Ihren Kindern, welche unangenehmen Folgen eine Berührung haben kann.

Giftsumach
Giftsumach
Botanischer Garten Berlin-Dahlem
Giftsumach zur Bildergalerie

Um die Pflanze in Deutschland einmal in natura zu sehen, empfehle ich den Besuch eines botanischen Gartens. Vorort können Sie sich die Pflanze von Mai bis September anschauen. Der Giftsumach steht aber selten in Reichweite bzw. ist immer speziell eingezäunt, um so allzu wissbegierige Besucher zu schützen.
Der Eintritt ist meistens kostenfrei und lohnt sich auch schon aufgrund der anderen prachtvollen Pflanzenvielfalt auf alle Fälle.

Die Pflanze ist in Deutschland nicht heimisch, trotzdem häuften sich in der letzten Zeit die Meldungen über das Auftreten von Giftsumach (Rhus toxicodendron L.) im Freiland. Teilweise wurden Sträucher mit einer Ausbreitung von bis zu 30m2 im städtischen Bereich festgestellt.
Die Tatsache, dass die Pflanze in Deutschland unbekannt, sehr unscheinbar und doch so gefährlich ist, macht diesen Umstand zu einem anwachsenden und nicht zu unterschätzenden Problem.

Wenn Sie der Meinung sind, Giftsumach oder einen sehr ähnlich aussehenden Strauch entdeckt zu haben, nehmen Sie bitte mit mir Kontakt auf.

Beseitigung der Pflanze

Bei der Beseitigung von Giftsumach ist äußerste Vorsicht geboten. Über allergische Reaktionen bei der deutschen Bevölkerung liegen noch keine statistischen Untersuchungen vor. Die Zahlen aus den U.S.A. mit mehr als 80% lassen aber ahnen, das auch hierzulande die Gefahr, die von dieser Pflanze ausgeht, nicht zu unterschätzen ist.

Beim Arbeiten muss auf alle Fälle Hautkontakt durch Handschuhe und entsprechende Kleidung vermieden werden. Da sich die gefährlichen Moleküle durch feine Partikel leicht in der Luft verbreiten, ist auch ein Atemschutz notwendig. Es sollten mindestens Partikel-filtrierende Halbmasken zum Einsatz kommen oder ein vergleichbarer Mund-Nasen-Schutz. Diese sogenannten FFP-Masken (Filtering FacePiece) schützen wirkungsvoll vor dem Eindringen der Moleküle des gefährlichen Inhaltsstoffes. Am sichersten sind Masken ab der Bezeichnung FFP-2.

Die Pflanzen sollten auf keinem Fall mechanisch, wie es in Kommunen und Städten erfolgt, entfernt oder abgeschnitten werden. Oft kommen sogenannte Rasenkantenschneider oder auch ähnliche Geräte zum Einsatz. Durch die Maschinen kommt es zu einer Zerkleinerung der Blätter und so zu einer starken Verbreitung der Wirkstoffmoleküle durch die herumwirbelnden Pflanzenteile und herumspritzenden Pflanzensäfte.
Die zerkleinerten Stängel vermehren sich sehr leicht vegetativ, das heißt, aus dem kleinsten Stück Stängel, welches bei einem mechanischen Schnitt eventuell weggeschleudert wurde, kann wieder ein kompletter Strauch heranwachsen.

Die Pflanzen sollten möglichst im Ganzen aus dem Erdreich gezogen werden. Dabei ist so weit wie möglich unten am Schaft anzufassen, um so wenig wie möglich Blätter zu beschädigen. Bei Schwierigkeiten durch Bodenverdichtungen ist vorher das Erdreich entsprechend aufzulockern. Versuchen Sie so wenig wie möglich Wurzeln abzureisen. Die Pflanzen nicht unnötig knicken und wenn möglich so wie sie sind vorsichtig in dichte Tüten packen oder auch zuerst auf Folie auslegen und anschließend zusammenrollen.

Der ehemalige Standort der Pflanze sollte je nach gegebenen Möglichkeiten entweder großflächig ausgegraben oder auch über einen längeren Zeitraum mit schwarzer Folie abgedeckt werden. Eine regelmäßige Behandlung mit geeigneten Herbiziden ist eventuell auch möglich, schädigt aber auch andere Pflanzen und Lebewesen und halte ich ökologisch für nicht angemessen.

Eine Kompostierung oder auch Verbrennung der Ernte ist nicht zu empfehlen. Wie Erfahrungen aus den U.S.A. gezeigt haben, werden durch Verbrennung die Moleküle des allergieauslösenden Stoffes nicht geschädigt. In Gegenteil, es gibt Berichte wo sich die Moleküle durch das Feuer in der Luft umso besser verbreitet haben und so in ganzen Landstrichen erhebliche allergische Hautreaktionen der dort lebenden Menschen verursachten.

Bei einer Kompostierung gibt es ähnliche Schwierigkeiten. Die Pflanze wird zwar thermisch und mikrobiologisch zerstört, die gefährlichen Moleküle des Urushiols halten aber offenbar diesen Vorgängen stand und können bei der späteren Kompostausbringung wieder zur Gefahr werden. Untersuchungen haben gezeigt, das Urushiol selbst in abgestorbenen Pflanzenteilen noch bis zu fünf Jahre wirksam ist.
Die sicherste Lösung ist das Eingraben in ein ca. 1,50m tiefes Loch. Am besten noch vor dem Zuschütten mit etwas Folie abdecken und gut verdichten.

Die hier aufgeführten Maßnahmen mögen sehr aufwendig und übertrieben erscheinen, ich halte sie aber aufgrund der massiven Probleme in den U.S.A. für absolut notwendig.