RHUS TOXICODENDRON
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Verbreitung von Giftsumach

Giftsumach (Rhus toxicodendron) - Verbreitung
Ausbreitungsgebiete von Giftsumach in den U.S.A.

Der Giftsumach (Rhus toxicodendron L.) wächst in fast ganz Nordamerika, einschließlich aller kanadischen Provinzen mit Ausnahme von Neufundland, Alaska, Hawaii und Kalifornien.

In Mexiko ist Giftsumach vor allem in den Gebirgsregionen bis zu etwa 1700m und in den Randzonen von bewaldeten Gebieten zu finden. Häufige Meldungen über starke Hautirritationen nach Kontakt mit dem Strauch kamen aus Mexikos berühmtestem Nationalpark, dem Izta-Popo Zoquiapan National Park, etwa 50 km südlich von Mexiko-Stadt gelegen.

Etwas seltener kommt Giftsumach auch in offenen Felsregionen, auf freiem Feld oder in Kahlschlaggebieten vor.
Der Strauch wächst auch im Unterholz, obwohl er in der Literatur häufig als weniger schattentolerant angeführt wird.

Besonders in den Gebieten von New England, den Mittelatlantikstaaten und dem Südosten der U.S.A. ist in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg der Population zu verzeichnen (sh. Abbildung). Groß angelegte Versuche die Verbreitung von Giftsumach einzudämmen zeigen bis heute noch keine Erfolge.
In Nordostasien z.B. Japan wird Giftsumach selten noch als Zierstrauch angepflanzt.
In Europa kommt die Pflanze nur vereinzelt in den Wäldern im Südosten Frankreichs und den nördlichen Regionen von Italien vor.

Giftsumach - Herbstfärbung
Giftsumach
mit schöner Herbstfärbung

Der Giftsumach (Rhus toxicodendron L.) ist als Pflanze in Europa ein Neophyt (nicht heimisch) und wurde vermutlich im 16. Jahrhundert von französischen Seefahrern vom nordamerikanischen Kontinent nach Frankreich eingeführt.
Aufgrund der faszinierenden Herbstfärbung der Blätter fand die Pflanze schnell ihren Weg auf die britischen Inseln in die Gärten von Pflanzensammlern und Adligen. Landschaftsgärten mit nordamerikanischen Exoten entwickelten sich in England damals zu einem Trend.
Aufgrund der Gefährlichkeit fand später aber keine weitere Verbreitung durch private Gärten oder öffentliche Pflanzungen statt. Nur in wenigen dendrologischen Sammlungen, botanischen oder pharmakologischen Forschungseinrichtungen wurden von der Pflanze Einzelexemplare kultiviert, welche häufig heute noch vor Ort zu finden sind.

Giftsumach in Bayern
Giftsumach in Bayern

Auch in Deutschland ist das nicht anders, trotzdem gibt es aber immer häufiger Meldungen über das vereinzelte Auftreten von Giftsumach im Freiland. Überwiegend in Sachsen sowie auch in den Bundesländern Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wurden schon Vorkommen von einzelnen Pflanzen bis zu mehreren Sträuchern des Giftsumachs registriert.

Giftsumach
Giftsumach
Botanischer Garten Berlin-Dahlem
Giftsumach zur Bildergalerie

Bei der in Europa sehr verstreuten dann aber vor Ort kleinflächigen Verbreitung spielt vor allem der Mensch eine nicht unwesentliche Rolle. Besonders in den Klettergebieten Norditaliens und Frankreichs vermutet man eine Einwanderung durch amerikanische Wander- und Klettertouristen. Die Pflanze ist oft nur vereinzelt in kleinen Felsgebieten zu finden. Die weitere Ausbreitung ins nähere Umland erfolgt dann auf ähnliche Weise.

Ansonsten kann man den Strauch oder auch seine eng verwandten Arten als besondere Giftpflanze in verschiedenen Botanischen Gärten bewundern. Allerdings ist der Giftsumach an einigen Standorten in den Gärten zum Schutz der Besucher nicht mehr öffentlich zugänglich, von einem speziellen Zaun umgeben oder wurde gar komplett von der Pflanzenliste gestrichen, um die eigenen Mitarbeiter zu schützen. Öffentlich zugängliche Exemplare sind u.a. im Forstbotanischen Garten Tharandt bei Dresden sowie auch in den Botanischen Gärten von Berlin-Dahlem und Augsburg zu finden.

Die Abbildung rechts zeigt den Giftsumach an einer Hauswand emporrankend. Der Standort befand sich auf einer kommunalen Grünfläche im Stadtgebiet von Dachau (Bayern). Bei der Herkunft vermuteten die Behörden eine Auswilderung aus einem ehemaligen Kräutergarten. Die Pflanze wurde vollständig entfernt.
(Foto: mit freundlicher Genehmigung von Klaus Gehring, Bayrische Landesanstalt für Landwirtschaft Institut für Pflanzenschutz)

Giftsumach - Görlitz
Giftsumach in Sachsen
Giftsumach Görlitz (Sachsen) zur Bildergalerie

Die Abbildung links zeigt mehrere Pflanzen in einem Stadtpark in Görlitz (Sachsen). Der Giftsumach breitete sich dort auf einer Fläche von ca. 30m2 aus. Erste Maßnahmen die Pflanze rein mechanisch zu entfernen reichten nicht aus, sodass der Giftsumach ein Jahr später wieder neu ausgetrieben ist (sh. Foto mit Neuaustrieb).

Der Giftsumach wurde vermutlich von Botanikern als dendrologische Besonderheit vor mehreren Jahrzehnten gepflanzt. Entweder direkt an dieser Stelle oder es kam zu einer Auswilderung aus einem ehemaligen Botanischen Garten in der unmittelbaren Nähe.
Nach der Jahrhundertwende wurde der Giftsumach und auch andere Sumacharten wie zum Beispiel der Essigbaum aufgrund der schönen roten Herbstfärbung europaweit gern als Zierstrauch angepflanzt.
Der dort an einem kleinen Felshang relativ geschützte und schwer zugängliche Standort erschwerte vermutlich die Entdeckung und glücklicherweise auch den Kontakt mit der Bevölkerung.